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Astrophysik

Seit es Menschen gibt, schauen sie zum Himmel. Seit es Menschen gibt, fragen sie, wie groß diese Welt ist und wo sie selber stehen. Seit es Menschen gibt, sehen sie nachts die Sterne, wie sie lautlos von Ost nach West ziehen, alle gleich schnell, alle, bis auf ein paar, die ihnen Rätsel aufgeben und fragen sich, warum Sonne und Mond so aus der Reihe fallen und was gerade diese beiden für das menschliche Dasein bedeuten. Dass wir ohne Sonne nicht existieren würden, ist dabei jedem ebenso klar, wie die Tatsache, dass kleinste Veränderungen große Wirkungen auf unser Leben auslösen. Und die Fragen wurden und werden immer mehr.

Sternwarte St. Ottilien 〉

Viele Fragen treiben zu vertieftem Forschen, und so dürfte die Astronomie die älteste Wissenschaft der Welt sein. Was seit Anbeginn der Menschheit uns beschäftigt hat, wird uns auch in Zukunft zu immer tieferem Forschen antreiben. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns gerade  in der Schule schrittweise und fundiert damit beschäftigen. Astrophysik als Unterrichtsfach liefert die Modelle für Berechnungen, aber erst die unmittelbaren Beobachtungen in der Sternwarte zeigen uns die Realität. Da ist schon gewöhnungsbedürftig, dass zwei benachbarte, gleichhelle Sterne Tausend Lichtjahre „hinter einander“ liegen und dass der nächste von uns noch einmal vielleicht dreitausend Lichtjahre weg ist.

Da erlebt man, dass gleich helles Licht von dem einen Stern viertausend und vom anderen dreitausend Jahre „alt“ ist und dass diese Sterne „heute“ vielleicht ganz anders ausschauen und sich auch nicht mehr nebeneinander befinden könnten. Da erlebt man, wie klein ferne Galaxien sind, obwohl sie vielleicht doppelt so groß sind wie unser Milchstraßensystem.

Astronomie zeigt auch noch die Wurzeln physikalischen Forschens überhaupt: Zuerst die direkte Beobachtung und Wahrnehmung von Vorgängen. Dann Zahlen, mit denen man festhält was man wo in welchem Zustand gesehen hat. Zuletzt Gesetzmäßigkeiten, eine mathematische Formel, bei der man zunächst nicht weiß, was dahintersteckt und erst ganz zum Schluss kommt eine allgemeine Grundaussage, in der man alle Beobachtungen möglichst gut bündeln kann. Genau das geschieht in der Astrophysik, wenn man sie aus der Astronomie, also den Beobachtungen heraus entwickelt.

​Deshalb beginnen wir möglichst schon in den ersten Unterstufenjahrgängen mit Wahlkursen in Astronomie und gerade unsere Jüngsten sind von den Vorgängen am Himmel besonders begeistert. Wir bauen die Kurse dann in Workshops bis zur Astrofotografie aus und können dann in der Oberstufe die Fakten und Gesetzmäßigkeiten auch mathematisch erfassen.

sternwarte-hero