Oberstufen-Theater

Zurück auf der Bühne: Corona und die Jugend

Sie dürften eine der ersten weit und breit gewesen sein, die mit Schultheater wieder die Bühne der Öffentlichkeit bespielten: Die Oberstufe hat es sich trotz der vielen Hygiene-Einschränkungen und trotz der Abitur-Anstrengungen nicht nehmen lassen, ihre Kreativität und ihre Spielfreude noch kurz vor der Abizeugnis-Verleihung unter Beweis zu stellen. Dabei herausgekommen sind drei beeindruckende Aufführungen zu einem Thema, das sie (und uns alle) direkt betrifft: Die Situation der Jugendlichen in der Corona-Zeit, ihre Gefühle, Gedanken und Leiden.

„Coronation 20/21“ heißt die theaterbiographische Installation, die unter der Regie von Andreas Walch aus den Text- und Impulseingaben der Schülerinnen und Schüler selbst seit März entstanden ist. Obwohl nicht abzusehen war, dass es je zu einer Aufführung kommen würde, haben sie im strengen Regelkorsett angefangen zu proben – und vor allem miteinander zu sprechen. Die jetzt doch möglichen Vorführungen vor der Q11 und bei zwei Abendvorstellungen lieferten ein intensives Dokument dieses Prozesses.

Eindringlich begann die Szenen-Collage mit dem Appell an die zahlreichen, coronakonform platzierten Besucher: „Hört uns eigentlich jemand zu? Jetzt schauen Sie doch mal hin!“ Viele Aspekte aus der Lebenswirklichkeit der jungen Erwachsenen, die um so viele der üblichen Erfahrungen ihrer Schulabschlussjahre am RMG gebracht wurden, fanden Platz in dem praktikablen und Gerüst-Quader mit zentraler Krone als Spielort.

Mit großem Einfallsreichtum und toller schauspielerischer Leistung der 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden brisante Themen dramaturgisch aufbereitet: Distanzunterricht, Zimmer-Existenz, seelische Belastungen, Wendepunkte, Hoffnungsanlässe usw. Ein hoch engagiertes Technik-Team zeigte, dass auch auf diesem Gebiet ganz viel Können und Energie lange brach lag und nur auf die Gelegenheit zur Präsentation gewartet hatte

Applaus für eine nachdenkenswerte und aufrüttelnde Theaterproduktion unter schwierigen Rahmenbedingungen! Das Ergebnis war alle Mühen wert!